Gesundheit

Die Linke erklärt die Gesundheitsreformen vorangegangener Regierungen als gescheitert. Nach ihrer Meinung ist die zunehmende Abwälzung der Kosten auf die Versicherten unsozial und unzumutbar. Immer höheren Beiträgen und finanziellen Belastungen stehe ein immer kleiner werdender Leistungskatalog gegenüber. Die in den letzten Jahren in Gang gesetzte Kommerzialisierung und Privatisierung des Gesundheitssystems macht nach ihrer Auffassung die Patienten mehr und mehr zu Kunden und die Gesundheit zu einer Ware. Auch die daraus resultierende Zwei-Klassen-Medizin steht in der Kritik der Linken.
Die Partei strebt daher eine Politik an, in der alle Menschen gleiche Chancen auf Gesundheit erhalten. Zudem stellt sie Prävention und Heilung in dem Mittelpunkt ihrer Gesundheitspolitik. Sie geht davon aus, dass ein gerechtes Gesundheitswesen einen stärkeren Anreiz geben müsse, die Menschen vor Krankheiten zu bewahren oder sie zu heilen statt wie bisher an Krankheit zu verdienen.

Die Linke fordert eine so genannten Arzneimittel- Positiv- Liste, um das Verschreiben von sinnvollen und nützlichen Medikamenten zu fördern. Außerdem ist sie für die Rücknahme der Zusatzbeiträge sowie der Praxisgebühren. Der Kreis zuzahlungsfreier Medikamente soll erweitert werden, Zahnersatz sowie Sehhilfen gehören nach ihrer Meinung wieder in den Leistungskatalog der Krankenkassen, der sich mehr am medizinischen Bedarf orientieren soll als bisher.
Sie setzt sich für eine öffentliche Daseinsfürsorge ein und fordert eine flächendeckende und in angemessener Zeit erreichbare Versorgung der Bevölkerung mit Arztpraxen und stationären Einrichtungen. Die Linke favorisiert das Modell einer integrierten Versorgung nach dem Beispiel der Polikliniken sowie gut funktionierende und ausgebaute kommunale Gesundheitsdienste.
Zu den erklärten Zeilen der Linken gehört weiterhin, die Privatisierung von Kliniken rückgängig zu machen.
Dem Problem des Ärztemangels soll mit einer gezielten Nachwuchsförderung im medizinischen Bereich entgegengewirkt werden.
Im Sinne des Datenschutzes spricht sich die Partei gegen einen “gläsernen Patienten” und damit gegen die Einführung einer elektronischen Gesundheitskarte aus.

Die Linke hält an dem Gedanken der Solidargemeinschaft fest und stellt die Finanzierung ihrer Gesundheitspolitik auf das Fundament einer solidarische Bürgerinnen- und Bürgerversicherung. Außerdem will die Linke die Unternehmen wieder stärker an den Gesundheitskosten beteiligen. Die Beitragsbemessungs- und Versicherungsgrenze soll aufgehoben und stattdessen alle Berufsgruppen und Einkommensarten in die Finanzierung einbezogen werden.